


The day to day adventures of Sabine, Dean, Pascal, Anika and Tessa in Vienna (Wien), Austria (not Australia!)





Unsere Tochter Anika mag, wie die meisten Kinder, alle möglichen Tiere. Aber schon von früh an hatte sie eine Vorliebe für das generell eher verabscheute Getier. Vielleicht war es aber auch nur Mitleid. Im Alter von 1 ½ Jahren verliebte sie sich im Baumarkt in der Halloween-Abteilung in eine 50 cm große Gummiratte, mit dickem Bauch und gefletschten, fluoreszierenden Zähnen. Anika brachte uns damals in die unangenehme Lage, entscheiden zu müssen, ob die Ratte operativ aus ihrer erstaunlich festen Umklammerung zu entfernen und ein Schreikrampf zu riskieren sei oder die Ratte -mitsamt Kind- auf das Förderband zu legen und $10 zu bezahlen wären. Wir entschieden uns verständlicherweise für die letztere Variante.
Mit diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass Ani sich dieses Jahr mit einer Ladenbesitzerin aus der Nachbarschaft angefreundet hat. Anika stattet Lotte (etwas zu) regelmäßig -meistens gleich nach der Schule- einen Besuch ab. Lotte hat einen entzückenden kleinen Laden und näht u.a. Stofftiere, aber nicht die gewöhnlichen Katzen und Hündchen, sondern … aber das kann Ani selbst berichten:
Hallo, ich heiße Anika und ich würde Euch gerne erzählen, wo mein Lieblingsgeschäft ist und wieso ich es so mag. Der Laden ist in der Eggerthgasse, er heißt „Lotte näht“ und ich gehe fast jeden Tag außer Montag und Mittwoch (denn da muss ich zum Turnen) hin. Die Lotte näht im Laden ganz viele Stofftiere, Leiberl (=T-Shirts), Stulpen und noch ganz viele andere Sachen. Aber sie näht keine Enten oder Teddybären, sondern andere Kreaturen, z.B. Horst (der Hirschkäfer), Elefanten und Seepferdchen. Mein absoluter Liebling ist aber ein Floh, der etwas schief genäht wurde, also nenne ich ihn immer den „Zahnweh-Floh“, weil er so eine große Backe hat. Er hängt derzeit im Schaufenster und ich hoffe, dass ihn keiner kauft. Es gibt aber auch Schweine, Fledermäuse, Waldkäuzchen und Nashörner. Meine liebsten Tiere sind die Schweine und Waldkäuzchen. Vielleicht kommt ja bald auch eine Ratte hinzu. Ich spreche auch immer mit Lotte über ihre Ideen, meine Familie und die Schule, und am Freitag zeigt sie mir immer ihre besonderen Kundenaufträge. Ich freue mich schon auf den nächsten Workshop bei „Lotte näht“.




So one evening we are all sitting in the living room. Dean and I are reading “Die Zeit”. Anika and Pascal are just moping around. One very distinct feature about our -actually all - kids is that they cannot be simply bored by themselves. No, the need to go around advertising their boredom, rub it right in your face. But we parents need to be strong and set a good example by just sitting and enjoying a soundless activity. Anika gets it first and announces that she is going to sit down and read in the bible now, because she feels like it. (Although we are not in any way a religious family, I do like the fact that Anika is exposed to religion. She also attends religion lessons at her school, although she does not really have to.) After a while, this peaceful atmosphere of quiet reading is broken by fighting noises: swishing of invisible swords and the thumping sounds of fists hitting something scaly. Pascal is pretending to fight off aliens, concentrated fierceness on his face, eyes narrowed, his lips pulled into a sneer. I could swear Pascal can really see these creatures. And boy, I wouldn’t mess with him if I were a monster, space monkey or anything that cannot run away fast enough. Then, Dean, Anika and I look up from our reading at the same time and smile one of these little knowing smiles at each other, in silent agreement that we are witnessing just another moment of two worlds colliding. So this is why you cannot love these two children the same. Yes, you can love them equally but you need to love them in a different way.









